Digitale Alarmierung der Einsatzkräfte

Neue Technik löst über 40 Jahre alte analoge Alarmierung ab

Seit heute morgen, 10.00 Uhr, hat ein neues Zeitalter bei der Feuerwehr Dillenburg begonnen. Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt seitdem nicht mehr über die alten analogen Funkmeldeempfänger, sondern über neue digitale Pager. Für eine Woche werden zwei mal täglich, nämlich um 10.00 Uhr und um 19.00 Uhr, Probealarme durchgeführt, aber auch schon zu realen Einsätzen alarmiert. Die Testphase dient überwiegend dazu die neue Technik kennenzulernen, denn bereits im Vorfeld wurde mehrere Wochen die Funktionsfähigkeit der neuen Technologie mit einem Pager auch im Stadtgebiet von Dillenburg getestet.

In der Zwischenzeit werden im Lahn-Dill-Kreis auch schon einige Feuerwehren mit der neuen Technologie alarmiert. Über Probleme dabei ist bisher nichts bekannt. In Dillenburg erhält jeder der ca. 250 Mitglieder einen solchen Pager. Die Investitionskosten der Stadt Dillenburg belaufen sich auf rund 130.000 € wovon das Land Hessen ca. 30.000 € in Form eines Zuschusses übernimmt. Die neue Technik bietet einige Vorteile im Vergleich zur analogen Technik. Durch die Vergabe sogenannter Alarmierungsgruppen wird es zukünftig möglich sein auch einzelne Fahrzeuge zu alarmieren. Wird demnächst zum Beispiel nur die Drehleiter an einer Einsatzstelle benötigt, kann diese speziell angefordert werden. Außerdem ist ein abhören des Funkverkehrs durch eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung nicht mehr möglich. Die digitale Alarmierung ist sozusagen die 3. Generation der stillen Alarmierung in Dillenburg: Nach dem Großbrand des Postgebäudes in Dillenburg im Jahr 1965 wurde durch den Hauptbrandmeister Hatzfeld in Absprache mit dem Bügermeister und den zuständigen Gremien der Ordnungsverwaltung, der Polizei und der Deutschen Bundespost die Notrufnummer 112 im Telefonnetzbereich Dillenburg geschaltet. Diese Notrufleitung lief, wie die 110, bei der Polizeistation Dillenburg auf. Die diensthabenden Beamten alarmierten dann den Hauptbrandmeister bzw. die Dienststelle der Stadtwerke in der Oranienstraße. Dort befanden sich jeweils die Alarmgeber für die „Hupchen“. Ausgewählte Feuerwehrmänner und Führungskräfte hatten ein solches Hupchen. Diese Tröte wurde als „stiller“ Alarm im Bereich des Altstadtkerns eingeführt, wo auch viele aktive Feuerwehrmänner ihre Wohnung hatten. Über die Dächer war vom Haus Hatzfeld in der Markstraße ein Draht gespannt, der die Hupchen miteinander verband.
Die Hauptstraße hoch bis zum Feuerwehrhaus, dann in Richtung Auweg, städtischer Bauhauf,Friedrichstraße, Oranienstraße zu den Stadtwerken. Letzte Station nach Süden war das Haus Menz in der Uferstraße. Eine Leitstelle wie heute gab es noch nicht, aber das System war pfiffig ausgeklügelt. Damit konnte zumindest verhindert werden, dass die bei Einsätzen allseits beliebten Gaffer und Fachleute, die nach einer lauten Alarmierung – Ei, wo breut´s da – sich, schon damals in den 60er Jahren wie heute, schleunigst auf den Weg machten, um an der Einsatzstelle möglichst behindernd den dort tätigen Feuerwehrkräften als „Bordsteinkommandanten“ hilfreich zur Seite zu stehen und einsatztaktische Ratschläge zu erteilen, bis die Kameraden vom zweiten und dritten Zug zur Verstärkung nachrückten. Die Hupchen wurden seit dem Jahr 1974/75 durch die analogen Funkmeldeempfänger abgelöst, so wie diese heute durch die digitalen Pager abgelöst wurden.

  

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